Wauwiler Jugend grüsst die Welt

Liridona Berisha vom Jugendparlament Wauwil

PARTIZIPATION ⋅ Das Jugendparlament gestaltete die Bahnhofunterführung neu. Das Engagement bestätigt der Gemeinde: Ihre Jugendpolitik geht auf.

(Bericht Neue Luzerner Zeitung vom 09.06.2016 / Kilian Küttel)

Eine Weltkarte. Und die Begrüssung «Herzlich willkommen». Dieses Motiv ziert seit gestern die Unterführung am Wauwiler Bahnhof (siehe Kasten). Doch Neuankömmlinge werden nicht nur einmal, und auch nicht nur auf Deutsch willkommen geheissen. «In Wauwil werden 35 Sprachen gesprochen. Das wollten wir mit der neu gestalteten Bahnhofunterführung zeigen», sagt Liridona Berisha. Sie ist die Präsidentin des Jugendparlamentes, welches das Projekt durchführte.

Das funktionierende Zusammenleben verschiedener Nationen stehe im Mittelpunkt: «Die Migrationsdebatte und die Flüchtlingsthematik werden heute häufig in einem negativen Licht dargestellt. Wir wollen das Positive zeigen», so die 23-jährige diplomierte Pflegefachfrau.

2500 Franken Budget

Die Unterführung ist das neuste Vorhaben, welches das 2012 gegründete Jugendparlament in die Tat umgesetzt hat. Darunter Flohmärkte, Sportevents, der Bau eines Grills beim Sportplatz oder die Einführung der Easyvote-Broschüre. Und das alles mit einem jährlichen Budget von 2500 Franken. Das Wandbild-Projekt kostete alles in allem 7400 Franken. Daran beteiligte sich das Jugendparlament mit 2000 Franken, der Rest sind Sponsoringbeiträge.

Der Tatendrang freut die Gemeinde. «Die Mitglieder des Jugendparlamentes sind sehr aktiv und wirklich engagiert», sagt Gemeindepräsidentin Annelies Gassmann. Das Parlament sollte bei der Gründung die Jugendlichen politisch aktivieren und ihre Vorstellungen in die Gemeindepolitik einbringen. Die Idee ist aufgegangen, findet Gassmann: «Das Jugendparlament hat sehr gute Ideen und ist eine Bereicherung für das Dorfleben.»

Dem Parlament kann jeder Wauwiler zwischen 13 und 25 Jahren beitreten. Dass Kindern und Jugendlichen eine Stimme gegeben wird, hat schon fast Tradition: Unicef zeichnete Wauwil 2009 zur kinderfreundlichen Gemeinde aus – als erste landesweit. Als besonders vorbildlich wurde die Partizipationsmöglichkeit für Kinder bewertet. Die Einsetzung des Parlamentes war für Gassmann nur die logische Folge der Jugendpolitik.

«Wir werden ernst genommen»

Liridona Berisha ist seit der Gründung dabei und Präsidentin des vierköpfigen Vorstandes. Doch wie kam sie überhaupt ins Jugendparlament? «Ich wurde an der Jungbürgerfeier angesprochen. Dann war ich an der ersten Sitzung dabei, habe mir später angesehen, was der Dachverband der Schweizer Jugendparlamente alles erreicht hat.» Das habe ihr imponiert. Und: «Wir haben bald gemerkt, dass wir von der Gemeinde ernst genommen werden.»

Weil das Vertrauen vorhanden ist, arbeiten die derzeit 13 Mitglieder auch fleissig daran, neue Projekte zu lancieren. «Wir treffen uns im Jugendhaus, erarbeiten Ideen und diskutieren sie», sagt die Präsidentin. Die Vorschläge präsentiert sie dann dem Gemeinderat.

Für dieses Jahr sei noch eine Podiumsdiskussion vorgesehen. «Wenn wir dazu kommen, veranstalten wir auch noch einen Besuch des Bundeshauses», sagt Berisha. Und wenn sie vom Ausflug zurückkommen, werden sie von der Weltkarte am Bahnhof begrüsst – in 35 Sprachen.

ganzer Artikel in der Neuen Luzerner Zeitung


Bemalung Fussgängerunterführung Wauwil 2016

Bemalung Fussgängerunterführung Wauwil 2016

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