Annelies Gassmann präsidiert neu den Gemeinderat

(Luzernerzeitung vom 29.02.2016 / Ernesto Piazza)

WAUWIL ⋅ Der Zweikampf um das Gemeindepräsidium wird ĂĽberraschend deutlich entschieden. Die BefĂĽrworter einer Fusion mit Egolzwil erhalten einen Dämpfer.

Die Würfel sind gefallen: In Wauwil gewinnt die amtierende Gemeindeamtfrau Annelies Gassmann (CVP) die Kampfwahl um das Gemeindepräsidium. Auf sie entfallen 401 der 734 gültigen Stimmen. Das entspricht bei 37 vereinzelten Voten einem Anteil von knapp 55 Prozent. Ihr Kontrahent Hans Schöpfer (Bild, ebenfalls CVP) bekommt 296 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei hohen 63,6 Prozent. Gassmann tritt die Nachfolge von Jakob Lütolf an. Dieser hatte Mitte Oktober nach diversen Fusionsquerelen als Gemeindepräsident demissioniert.

Annelies Gassmann erhält einen Blumenstrauss
Die neue Gemeindepräsidentin von Wauwil hat gut lachen: ein Blumenstrauss für Annelies Gassmann (60, CVP)
Bild Nadia Schärli

Indiz fĂĽr gute Exekutivarbeit

Annelies Gassmann (60) zeigt sich über das Ergebnis sehr zufrieden. «Es ist ein klares Resultat», betont sie auf Anfrage. Umso mehr, da sie den Ausgang zwar erhoffte, ihn jedoch nicht wirklich abschätzen konnte. Für die Gemeindeamtfrau, welche bereits 17 Jahre im Gemeinderat von Wauwil mitwirkt, ist dieses Ergebnis «vor allem ein Indiz für unsere gute Exekutivarbeit». Im Vorfeld wurde die Wahl immer wieder an der Fusionsfrage mit Egolzwil festgemacht. Gassmann sagt dazu: Als nächster Schritt werde nun die Gemeindeinitiative behandelt. Im Moment will sie sich zu diesem Thema nicht weiter äussern, da sie dem Gemeinderat nichts vorwegnehmen wolle.

Für Schöpfer bedeutet das Resultat «keine Enttäuschung». Im Gegenteil: Mit der Nichtwahl in den Gemeinderat sei ihm wahrscheinlich viel erspart geblieben. Ob er sich beim Komitee «Demokratie am Santenberg» weiter engagiert, ist für ihn noch unklar. «Entschieden hat der Stimmbürger jedoch: Er will mit der Fusion nichts mehr zu tun haben», so der unterlegene Kandidat für das Amt des Wauwiler Gemeindepräsidiums.

Akzeptieren Volksentscheid

«Demokratie am Santenberg» wollte mit dem Kandidaten Hans Schöpfer (71) eine stille Wahl verhindern, wie das Komitee in einer Medienmitteilung schreibt. Sprecher Hansjörg Gassmann sagt auf Anfrage: «Wir akzeptieren den Volksentscheid.» Man nehme das Resultat sportlich. Mit ihren 401 Stimmen liegt Annelies Gassmann 33 Stimmen über dem absoluten Mehr. Der Vorsprung gegenüber ihrem Herausforderer beträgt jedoch 105 Voten.

Hans Schöpfer
Hans Schöpfer, 71, Rentner und Winzer
Bild Luzernerzeitung

Hansjörg Gassmann deutet das Verdikt auch dahingehend, «dass die Bevölkerung für Wauwil keine Änderung in der Politik will». Es sei jetzt müssig über die Gründe der Nichtwahl von Hans Schöpfer zu diskutieren. Von den Gegnern wurde in diesem Zusammenhang aber immer wieder sein vorgerücktes Alter angeführt. Schwierig abzuschätzen ist, inwieweit die Handyantenne im Egolz­wiler Kirchturm eine Rolle spielte. Diese liess der Kirchgemeinderat, deren Präsident Schöpfer ist, installieren.

Nächste Herausforderung wartet

Den Parteien wie auch dem Komitee «Demokratie am Santenberg» bleibt jetzt bis am 7. März Zeit, um für die Gesamterneuerungswahlen des Gemeinderates zu nominieren. Am 1. Mai befindet der Stimmbürger nicht nur über ein fünftes Ratsmitglied. Es gilt auch, die zurücktretende Beatrix Felder (FDP) zu ersetzen. Und der sich für die neue Legislatur zur Verfügung stellende Rat muss vom Volk ebenfalls wieder gewählt werden.

Luzernerzeitung vom 29. Februar 2016 / Seite 19

Abstimmungs- und Wahlergebnisse vom 28. Februar 2016

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