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Definitives Aus für Fusion

Text der Neuen Luzerner Zeitung vom 13.10.2015 / Seite 23

EGOLZWIL/WAUWIL ⋅ In einer Notfallsitzung wurde versucht, die geplante Fusion zu retten. Ohne Erfolg. Das Projekt ist endgültig gescheitert.

io. Mit der ungläubigen Verwunderung einer am Altar stehen gelassenen Braut versucht Egolzwil die Gründe für die geplatzte Hochzeit mit Wauwil zu begreifen. Diesen Eindruck jedenfalls hinterlässt die gestrige Medienmitteilung des Egolzwiler Gemeinderates. Darin berichtet dieser von einer Sitzung mit den Wauwiler Amtskollegen, die vor einer Woche stattfand. Man habe zur Sitzung geladen, um die Gründe zu verstehen, die Wauwil dazu bewogen hatten, die laufenden Fusionsabklärungen abzubrechen (Ausgaben vom 26. August und 1. September).

Das Egolzwiler Fazit der Sitzung: Echte Gründe für einen Abbruch gibt es keine. Die wenigen offenen Punkte seien allesamt verhandelbar. So würden sich beispielsweise die von Wauwil genannten «diversen Bereiche in der Verwaltung, die anders organisiert sind» auf das Steueramt beschränken. Dass eine Zusammenführung der Steuerämter auf den 1. Januar 2016 nicht möglich sei, entspreche auch nicht der Wahrheit.

In ihrer Medienmitteilung kreidet der Gemeinderat diverse weitere Punkte an, in denen sich Wauwil unkooperativ gezeigt oder Egolzwil zu Unrecht kritisiert habe. Immerhin sei der Aufruf zur Beratung aufgenommen worden, gemeinsam nach einem Weg für die Weiterführung der Abklärungen zu suchen.

Auf Hoffnung folgt Ernüchterung

Vergangenen Freitag nun sei dieser Strohhalm, an den sich die Egolzwiler Hoffnungen klammerten, geknickt worden. In einem Schreiben habe der Wauwiler Gemeinderat mitgeteilt, dass man nicht gewillt sei, auf den Entscheid zum Abbruch der Fusionsprüfung zurückzukommen.

Das Ziel einer Fusion könne so nicht mehr erfüllt werden, schreibt der Egolzwiler Gemeinderat. «Man muss realistisch sein und erkennen, dass dieser Prozess abgeschlossen ist», sagt Gemeindepräsident Urs Hodel auf Anfrage.

Wauwil reagiert irritiert

Die Wauwiler Antwort auf die Egolzwiler Medienmitteilung liess gestern nicht lange auf sich warten. Unter dem unmissverständlichen Titel «Fusionsprüfung abgeschlossen» folgte am Nachmittag die Stellungnahme. Darin verurteilt der Wauwiler Gemeinderat, dass die Egolzwiler Amtskollegen «erneut einseitig an die Medien gelangt» seien. Dies, obwohl man eine gemeinsame Kommunikation vorgeschlagen habe. Die Irritation auf Wauwiler Seite ist unüberhörbar: «Allein schon die Art der Kommunikation in der Öffentlichkeit macht deutlich, wieso man im Prozess der Fusionsprüfung in der aktuellen Konstellation das angestrebte Ziel nicht wird erreichen können.» Auf die diversen Egolzwiler Vorwürfe werde man nicht näher eingehen, heisst es auf Anfrage.

Fest steht, die Fusionsabklärungen befinden sich nicht im Time-out, sondern sind gänzlich vom Tisch.

Luzernerzeitung vom 13.10.2015: Definitives Aus für die Fusion

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