"Das habe ich noch nie erlebt"

Am Sonntagmorgen, 1. Juli 2012, sorgte ein Hagelsturm für etliche Schäden


Ein Sommergewitter zog am frühen Sonntagmorgen über die Schweiz. Im Kanton Luzern waren vor allem die Gemeinden Wauwil, Egolzwil, Schötz, Dagmersellen und Mauensee betroffen.

Um 7.10 Uhr am Sonntagmorgen erreichte das Sommergewitter Wauwil. Hagel, Donner, Blitz und Windböen suchten im Schnellzugstempo die Gemeinde heim — nach zehn Minuten war der Spuk vorbei. Doch der Schaden war bereits angerichtet. Bis zu 30 Zentimeter hoch lagen die Hagelkörner auf der Strasse. "Das habe ich noch nie erlebt", sagt Josef Kaufmann, Kommandant der Feuerwehr Wauwil-Egolzwil. Mit rund 45 Personen rückte sie aus. Ihre Aufgabe: Die Strassen vom Hagel befreien sowie Keller auspumpen. Zudem deckten Windböen zwei Scheunen teilweise ab. Das Wetterereignis in Wauwil sorgte auch für einen kurzen Unterbruch der Bahnstrecke zwischen Olten und Luzern. Wie die SBB vermeldet, waren Verspätungen von bis zu 25 Minuten die Folge. Grund: Hagel rollte von einem grossen Hausdach in Wauwil auf die Bahnstrecke und blockierte diese. "Ungefähr 80 Zentimeter hoch und drei Meter breit" beschreibt Feuerwehrkommandant Josef Kaufmann die Grösse des Haufens.

Neben Luzern sind vorwiegend die Kantone Aargau, Baselland, Bern, Freiburg, Jura, Thurgau, St. Gallen und Zürich vom ersten grossen Hagelschlag in diesem Sommer betroffen. Tragisch sei dies besonders für die Landwirte, sagt Josef Kaufmann, Kommandant der Feuerwehr. "Einige Maisfelder sind dem Boden gleichgemacht." Gesamtschweizerisch hat der Hagelschlag am Sonntagmorgen an landwirtschaftlichen Kulturen Schäden von rund sieben Millionen Franken angerichtet, wie die Hagelversicherung vermeldet. Schäden gab es an Obst-, Acker- und Gemüsekulturen, in Rebbergen, in Gärtnereien und an Wiesland.

(Juli oder Januar? Der Wauwiler Gemeindearbeiter Eugen Roos räumt am Sonntagmorgen die Hagelkörner an der Dorfstrasse weg.)

(Textauszug und Foto vom Willisauer Boten - Nr. 52 - 03.07.2012)

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