Gemeinde Wauwil

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Kapelle St. Wendelin

Im 15. und 16. Jahrhundert genoss der heilige Wendelin, ein K├Ânigssohn aus Schottland, als Hirte, Einsiedler und Abt (gestorben 617) bei den Bauern grosse Verehrung. Ihm erbauten die Wauwiler in der Nachreformationszeit eine Kapelle. Bereits im 11. Jahrhundert jedoch wird eine Kapelle zum heiligen Fridolin in Wauwil erw├Ąhnt. Ob zwischen der Fridolins- und der Wendelinskapelle gar noch eine dritte Kapelle (zu Ehren der heiligen Magdalena) bestand, kann nicht nachgewiesen werden. Vermutlich aber wurde die heilige Maria Magdalena als zweite Patronin gefeiert. Der Magdalenentag (22. Juli) wie der Wendelinstag (20. Oktober) wurden als Feiertag begangen. Ein Ausgabenposten in der Kapellenrechnung f├╝r Schiesspulver an beiden Festen deutet darauf hin.

Wendelinskapelle Wauwil

Kapelle erweitert

1737 wurde die erste Wendelinskapelle durch eine zweite ersetzt und zu einer eigentlichen Messkapelle eingerichtet. 1829 fasste die Bev├Âlkerung den Entschluss, diese Kapelle zu erweitern. Zuvor gab es jedoch harte Diskussionen. Die Kapelle war bauf├Ąllig und der Raum sehr klein. Andererseits wollten die Wauwiler jetzt die Gelegenheit ben├╝tzen, um sich von der Mutterpfarrei Altishofen loszul├Âsen, man hatte den langen Kirchenweg nach Altishofen von mehr als zwei Stunden hin und zur├╝ck satt. Pfarrer Schiffmann von Altishofen wollte einer Lostrennung die Spitze brechen und trat f├╝r eine Vergr├Âsserung und Renovation der Kapelle ein. Die Versammlung vom 21. April 1829 fasste mit grosser Mehrheit gegen drei Stimmen den Beschluss, die Kapelle zu erweitern.

Bestrafung

Ein B├╝rger jedoch, Josef Kaufmann, mochte sich mit diesem Ergebnis nicht abfinden und opponierte heftig. Unter anderem machte er geltend, dass f├╝r den Bau keine Bewilligung eingeholt worden sei, zudem sei die Gemeinde bettelarm. Josef Kaufmann unterbreitete dem Luzerner Regierungsrat ein Gutachten, das in seinem Auftrage erstellt worden war. Die Regierung fasste daraufhin einen f├╝r Wauwil schmerzhaften Beschluss:

  1. Der Gemeinderat hat sich das hoheitliche Missgefallen zugezogen.
  2. Von den Baukosten von 1235 Franken und 5 Batzen werden die freiwilligen Beitr├Ąge von 601 Franken abgezogen, bleibt die Schuld von 634 Franken 5 Batzen.
  3. Diese muss durch Steuern von Kataster und Verm├Âgen ├╝ber 500 Franken abgetragen werden.
  4. Jene B├╝rger, welche dagegen stimmten, h├Ątten nur die H├Ąlfte zu bezahlen.
  5. Die noch ├╝brigen 134 Franken 5 Batzen m├╝ssen die Mitglieder der dortigen Gemeindeverwaltung als Strafe ├╝bernehmen.

Die Gemeinde f├╝gte sich diesem Entscheid in Ruhe. Wauwil aber hatte wieder eine renovierte Kapelle.

Bis in die heutige Zeit wurde die Kapelle mehrmals renoviert, so 1865 oder 1871, als der Turm und das Dach saniert wurden. Eine Aussenrenovation wurde 1976/77 vorgenommen.

 


Quellenangaben:
Der Text stammt aus dem Buch "Wauwil, einst - heute" (Autor: Anton Staffelbach, Redaktion: Paul Felber, Gestaltung: Urs Dahinden, ┬ę 1992 Gemeinde Wauwil)

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