Verleihung an Josef Gassmann-Büchler

Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember hat der Gemeinderat den Prix Engagement 2007, gestützt auf den Vorschlag der Arbeitsgruppe aktives Wauwil, an Herrn Josef Gassmann-Büchler, geboren 1918, Höhenweg 27, 6242 Wauwil, vergeben. Der Gemeinderat gratuliert dem Preisträger herzlich.

Der Preisträger ist durch sein grosses Engage ment in verschiedenen Bereichen aufgefallen.

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Josef Gassmann-Büchler hat sich Jahrzehnte lang im Umfeld der Glashütte Wauwil stark engagiert und in wirtschaftlich schwierigen Phasen immer wieder um den Erhalt der Glasfabrik und der damit verbundenen Arbeitsplätze gekämpft.

Glashütte Wauwil Flaschenverschluss

Zur Glashütte Wauwil hat er einen ganz besonderen Bezug, war es doch seinem Onkel, dem initiativen Gemeindeschreiber Anton Gassmann (1874 – 1947) zu verdanken, dass Anfang der 30er Jahre – in einer wirtschaftlichen Krisenzeit mit vielen Arbeitslosen - eine zweite Glasfabrik in Wauwil gebaut und ab 1934 wieder Glas am Santenberg produziert wurde. Für die erste Glashütte, welche in der Sternmatt um 1879/80 entstand, kam aufgrund verschiedener Wirren im Jahr 1920 das definitive Aus.

Josef Gassmann-Büchler arbeitete bereits als junger Kaufmann in der Glashütte Wauwil und war über Jahrzehnte für den Verkauf bzw. den Aussendienst zuständig. So trug er den Namen „Glashütte Wauwil“ in die ganz Schweiz hinaus, vor allem auch in die Westschweiz und ins Wallis. Der Name Wauwil wurde zum Begriff für Qualitätsglas. Speziell bekannt wurde die grüne Glasflasche mit Bügelverschluss WAUWIL, welche heute ein Sammlerobjekt darstellt und zwischendurch auch im Internet unter ebay.ch angeboten wird.

Dass die Glashütte Wauwil, welche später zur Vetropack-Gruppe gehörte, im Jahr 1993 dennoch geschlossen wurde, schmerzte nicht nur die gesamte Gemeinde, sondern ganz besonders auch Josef Gassmann-Büchler. Trotz der Schliessung darf festgehalten werden, dass die Glashütte, welche in ihren Glanzzeiten über 500 Mitarbeitende beschäftigte, der Gemeinde Wauwil vor allem in den 50er bis 80er Jahren zu Fortschritt, Wohlstand und Entwicklung verholfen hat.

b)

Josef-Gassmann engagierte sich auch sehr stark in der Öffentlichkeit auf regionaler und kantonaler Ebene.

So war er Mitglied der Baukommission für das erste Schulhaus mit Bürgersaal und Turn halle auf dem Areal des heutigen Zentrum Linde. Dieses Schulhaus (heute Linde 1) wurde im Jahr 1957 ein geweiht und stellte wohl den bedeutendsten Markstein in der Wauwiler Schul geschichte dar. Wenn man heute sieht, wie sich die Schulanlage Zentrum Linde weiter entwickelt hat, darf man mit Dank barkeit feststellen, dass die damaligen Verantwortlichen über sehr viel Weitblick verfügten.

In der Zeit von 1960 bis 1983 war Josef Gassmann-Büchler als prägende Persönlichkeit im Ge meinderat Wauwil vertreten. Zuerst während 16 Jahren als Gemeindepräsident und dann noch während 7 Jahren als Gemeindeammann. In dieser Zeit wurden in Wauwil be deutende Projekte realisiert, wie das ehemaliges Gemeindehaus an der Surseestrasse, das Sekundar- und Ober stufenschulhaus (heute Linde 2) und die Güterzusammenlegung.

Zudem war Josef Gassmann-Büchler in den Jahren 1976 – 1984 auch noch als Grossrat aktiv und vertrat dort die Interessen unserer Region.

c)

Als Eigentümer verschiedener Liegenschaften wirkt Josef Gassmann-Büchler auch ausser halb seiner Tätigkeit bei der Glashütte oder als Gemeinderat bei der wirtschaft lichen Entwick lung der Gemeinde Wauwil aktiv mit.

So wurde die erste Bank im Dorf, die damalige Niederlassung der Luzerner Landbank AG, vor genau 30 Jahren (im Jahr 1977) in einem Wohn- und Geschäftshaus von Josef Gassmann-Büchler eröffnet.

Auch grosse Teile der heutigen so wichtigen Gewerbezone Kreuzmatt waren ursprünglich im Besitz von Josef Gassmann-Büchler. Er verkaufte im Jahre 1973 eine Fläche von 4 Hektaren an die Gemeinde Wauwil und ermöglichte damit, dass in Wauwil eine neue Gewerbezone mit attrak tiven Betrieben in den vergangen Jahren entstehen konnte.

d)

Aber auch historisch und kulturell ist Josef Gassmann-Büchler ein sehr interessierter Mensch.

  • Die Urgeschichte des Wauwilermooses fasziniert ihn seit Jahren. Während den Ausgrabungen durch das Schweizerische Landesmuseum in den 50er Jahren beherbergt er jeweils den Gra bungsleiter in seinem Haus und konnte sich dadurch viel Wissen aneignen. Zudem war er selber mit dem Sammeln von Gegenständen aus der Urgeschichte des Wauwilermooses be schäftigt. Seine private Sammlung sowie Unterlagen aus der Geschichte der Glashütte Wauwil hat er inzwischen der Gemeinde Wauwil übergeben und damit indirekt den Startschuss zum Projekt „Wauwiler Dorfmuseum“ gegeben, welches die Attraktivität des Dorfes weiter erhöhen soll.

  • Seit Jahren betreibt Josef Gassmann-Büchler auch einen eigenen Weinberg in Salgesch im Wallis. Mit seinem Fendant der Marke „Eigenbau Josef Gassmann Wauwil“ war er wohl der erste Wauwiler Weinbauer.

  • Dank Josef Gassmann-Büchler sind historische Filmdokumente über Wauwil vorhanden. Dieses Material hat er der Gemeinde Wauwil für die Erstellung eines Videofilmes zur Ver fügung gestellt. Dadurch und zusammen mit altem Fotomaterial konnte der Film “Wauwil am See“ zusammen gestellt werden, der an der Gemeindeversammlung vom 14. Dezember 1999 erstmals öffentlich aufgeführt wurde.

Als Dank und Wertschätzung für sein Lebenswerk, welches sehr stark mit der Entwicklung der Gemeinde Wauwil in den vergangenen sechs Jahrzehnten verbunden ist, wird Josef Gassmann-Büchler mit dem Prix Engagement 2007 der Gemeinde Wauwil ausge zeichnet. In diesen Dank eingeschlossen ist auch die Ehefrau Lisbeth Gassmann-Büchler.

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